Auf einen Blick
- Lagezwischen Altstadt und Limfjord, Fußgängerzone
- NamensgeberinAne Viffert, 1568 in der Nachbarschaft nachgewiesen
- Erste Diskothek1967
- Bebauungteils Fachwerkhäuser früherer Kaufleute
- Ideale Dauer10 Minuten tagsüber, ein Abend nachts
Wer war Jomfru Ane?
Die Straße ist nach Ane Viffert benannt, die 1568 in der benachbarten Skavegade lebte und der Überlieferung nach Nonne im Kloster Ø am Limfjord gewesen sein soll. Viel mehr ist über sie nicht gesichert, und die Nachnamen der Kaufleute, die später hier bauten, sind besser dokumentiert als ihr Leben. „Jomfru“ heißt Jungfrau; der Straßenname ist also wörtlich Jungfer-Ane-Straße.
Die Gasse selbst ist mindestens seit dem Ende des 16. Jahrhunderts belegt. In den zweihundert Jahren danach wohnten hier Kaufleute, und einige ihrer Fachwerkhäuser stehen noch. Wer tagsüber vorbeigeht und nach oben schaut, sieht das; auf Augenhöhe sieht man Türen, Schilder und Kreidetafeln.
Wie aus einer Kaufmannsgasse eine Kneipenstraße wurde
Den Umschlag brachten die späten 1960er Jahre. 1967 öffnete das erste Tanzlokal, ein Jahr später folgte das zweite, und weil beide funktionierten, zogen weitere nach. Aalborg war damals eine Industrie- und Hafenstadt mit Werften, Zementwerk und Spirituosenproduktion; die Straße bekam ihr Publikum von dort und behielt es, als 1974 die Universität dazukam.
Heute liegt hier eine der dichtesten Ansammlungen von Lokalen des Landes auf sehr wenig Länge. Genau diese Dichte ist der Punkt: Du wechselst zwischen den Häusern, ohne die Straße zu verlassen, und darum ist sie über Nordjütland hinaus bekannt.
Was du tagsüber davon hast
Wenig, und das ist keine Kritik. Die Gasse dauert zu Fuß zwei Minuten, es gibt keine Museen, keine Kirche, keinen Aussichtspunkt. Sie liegt aber genau auf dem Weg von der Altstadt zum Wasser, sodass du sie ohnehin streifst, wenn du zur Hafenfront gehst. Nimm die zwei Minuten mit und plane keinen Umweg.
Nachts: was dich erwartet und was nicht
An Freitag- und Samstagabenden ist die Straße voll, das Publikum überwiegend jung, und die Lautstärke entsprechend. Getränke werden in dänischen Kronen bezahlt, praktisch immer mit Karte. Wer eine ruhige Weinbar sucht, ist hier falsch; die findest du eher in den Seitenstraßen der Altstadt oder am Wasser, wie unter Essen und Trinken in Aalborg beschrieben.
Zwei praktische Hinweise. Erstens verlagert sich das Geschehen im Sommer auf die Straße selbst, im Winter nach innen; die Straße wirkt dann leerer, als sie ist. Zweitens gilt in Dänemark eine strenge Promillegrenze, und der Rückweg zu Fuß oder mit dem Nachtbus ist die einzige vernünftige Variante.
Was Aalborg sonst am Abend bietet
Die Straße ist nicht die einzige Option, sie ist nur die lauteste. Am Wasser liegen die Lokale in und um Nordkraft, das ehemalige Kraftwerk, das seit 2009 Kulturhaus ist, mit Theater, Kino und Konzertbühne im selben Gebäude. Wer einen Abend mit Programm statt mit Tresen will, schaut dort zuerst.
In der Altstadt zwischen Budolfi Kirke und Gammeltorv liegen die ruhigeren Adressen, oft in alten Kaufmannshäusern und mit deutlich anderem Publikum. Der Weg dorthin ist kurz genug, dass du an einem Abend beides sehen kannst, und genau das ist der Vorteil einer kompakten Stadt.
Der teuerste Fehler: direkt darüber schlafen
Der häufigste Ärger von Reisenden in Aalborg entsteht nicht in der Straße, sondern über ihr. Unterkünfte in unmittelbarer Nachbarschaft sind günstig gelegen und an Wochenenden bis in die frühen Morgenstunden laut. Wer schlafen will, sucht zwei oder drei Querstraßen weiter, Richtung Bahnhof oder Richtung Fjord; welche Lagen wofür taugen, steht unter Hotels in Aalborg.
Umgekehrt gilt: Wer bewusst wegen des Nachtlebens kommt, ist genau hier richtig und spart sich jedes Taxi. Alles Weitere zur Stadt findest du unter Aalborg und in der Liste der Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istVoll ist die Straße an Freitag- und Samstagabenden, im Sommer zusätzlich draußen. Wer Gedränge meiden will, kommt unter der Woche oder weicht auf die Lokale an der Uferpromenade und in der Altstadt aus.
- Wenn es regnetBei Regen verlagert sich alles nach innen, und die Straße wirkt leerer, als sie ist. Die Häuser stehen dicht genug, dass du zwischen zwei Türen kaum nass wirst; ein Regentag ist hier also kein Ausschlussgrund.
- Mit KindernTagsüber unproblematisch, abends kein Ort für Kinder. Als Familienalternative funktionieren die Hafenpromenade mit Badeplattform am Tag und der Zoo als Halbtagesziel.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Gasse ist eben, gepflastert und autofrei, damit gut befahrbar. Viele Lokale liegen jedoch über eine oder zwei Stufen erhöht, und an vollen Abenden ist Durchkommen mit Rollstuhl oder Rollator schwierig; unter der Woche ist es deutlich einfacher.
Häufige Fragen
Lohnt sich die Jomfru Ane Gade am Tag?
Als eigenes Ziel nicht. Sie ist zwei Minuten lang, die Lokale sind zu, und außer ein paar Fachwerkfassaden gibt es nichts zu sehen. Da sie aber auf dem Weg von der Altstadt zum Fjord liegt, kostet ein Blick nichts.
Woher kommt der Name?
Von Ane Viffert, die 1568 in der benachbarten Skavegade lebte und der Überlieferung nach Nonne im Kloster Ø am Limfjord war. „Jomfru“ bedeutet Jungfrau, der Name heißt also wörtlich Jungfer-Ane-Straße. Gesichert ist über ihr Leben wenig.
Ist die Straße für Familien geeignet?
Tagsüber ja, sie ist einfach eine Fußgängergasse. An Wochenendabenden nicht: dann ist sie voll, laut und auf ein junges Publikum ausgerichtet. Mit Kindern nimmst du abends den Weg über die Uferpromenade.
Soll ich in der Nähe übernachten?
Nur wenn du wegen des Nachtlebens kommst. Direkt an oder über der Straße ist es an Wochenenden bis in den Morgen laut. Zwei bis drei Querstraßen entfernt schläfst du ruhig und bist trotzdem in wenigen Minuten dort.






