Hovedstaden

Kopenhagen

Kopenhagen (København) ist die Hauptstadt Dänemarks und liegt an der Ostküste von Seeland (Sjælland), mit einem großen Teil des Stadtgebiets auf der Nachbarinsel Amager. Im Stadtgebiet leben 1.408.575 Menschen, die Innenstadt liegt rund vier Meter über dem Meer. Bischof Absalon baute 1167 eine Burg auf Slotsholmen, dem Inselchen, auf dem heute das Parlament sitzt; Hauptstadt wurde die Stadt um 1416, als Erik von Pommern seinen Sitz ins Kopenhagener Schloss verlegte.

Wichtig für die Erwartung: Wer eine mittelalterliche Altstadt sucht, wird sie hier nicht finden. Der Stadtbrand von 1728 vernichtete 28 Prozent der Stadt und 47 Prozent des mittelalterlichen Kerns, 1795 brannte es erneut, und 1807 zerstörte die britische Flotte rund tausend Gebäude. Was du im Zentrum siehst, ist deshalb ganz überwiegend 18. und 19. Jahrhundert: verputzte Reihenhäuser, gerade Straßenzüge, ein paar überlebende Türme. Das ist keine Enttäuschung, wenn man es vorher weiß, sondern die eigentliche Geschichte der Stadt.

Kopenhagen
Foto: JD Lasica from Pleasanton, CA, US, CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Dänischer NameKøbenhavn
  • RegionHovedstaden, auf Sjælland und Amager
  • Einwohner1.408.575 im Stadtgebiet
  • Gegründet1167, Burg des Bischofs Absalon auf Slotsholmen
  • Hauptstadtseit etwa 1416
  • WährungDänische Krone, kein Euro
  • Ideale Dauer3 bis 4 Tage für die Stadt plus einen Ausflug

Pest, Brände, Bombardement: warum wenig Altes steht

Kopenhagen hat viermal hintereinander verloren, was andere Städte über Jahrhunderte behalten haben. 1711 starben rund 22.000 der damals 65.000 Einwohner an der Pest. Der Brand von 1728 fraß fast die Hälfte des mittelalterlichen Kerns, der Brand von 1795 nahm einen weiteren Teil, und im September 1807 beschoss eine britische Flotte die Stadt drei Tage lang; dabei starben 195 Zivilisten und rund tausend Gebäude wurden zerstört.

Deshalb wirkt das Zentrum so gleichmäßig. Nach jedem Brand wurde nach neuen Bauvorschriften wiederaufgebaut, mit Putz statt Fachwerk und breiteren Straßen. Ab den 1850er Jahren fielen die Festungswälle, und dahinter entstanden die Viertel, in denen heute die meisten Kopenhagener wohnen. Wer diese Reihenfolge im Kopf hat, liest die Stadt richtig.

Die Stadt in fünf Vierteln

Indre By ist der historische Kern zwischen Rathausplatz und Kongens Nytorv, mit den Schlössern, den Museen und der Fußgängerachse. Hier ist die Dichte am höchsten und der Andrang am größten. Christianshavn auf der Amager-Seite ließ Christian IV. Anfang des 17. Jahrhunderts nach niederländischem Vorbild anlegen, mit Kanälen und Wällen; es ist das einzige Viertel, das planmäßig auf Wasser gebaut wurde und sich noch so anfühlt.

Vesterbro und Nørrebro entstanden in den 1880er Jahren als Arbeiterviertel der Industrialisierung und sind heute die dichtesten, jüngsten und lautesten Teile der Stadt. Østerbro ist ruhiger und bürgerlicher, mit Parks und dem Weg zum Hafen. Frederiksberg liegt mitten in Kopenhagen, ist aber eine eigene Kommune mit eigenem Rathaus, was Einheimische gern betonen. Welches Viertel zu welcher Reise passt, steht ausführlich bei den Vierteln für die Übernachtung.

Das Fahrrad ist hier Verkehrsmittel, nicht Freizeit

62 Prozent der Kopenhagener fahren mit dem Rad zur Arbeit, zur Schule oder zur Universität. In der Stadt gibt es rund 560.000 Fahrräder, also mehr Räder als Menschen, und 2010 waren bereits 397 Kilometer Radwege gebaut. Dazu kommen die Supercykelstier, 26 ausgeschilderte Pendlerrouten mit zusammen etwa 500 Kilometern in die Umlandgemeinden.

Für Besucher heißt das zwei Dinge. Erstens: Radwege sind Fahrbahnen. Wer darauf stehen bleibt, um zu fotografieren, blockiert Berufsverkehr und wird das deutlich zu hören bekommen. Zweitens: Licht ist vorgeschrieben, Handzeichen sind üblich, und an Kreuzungen fahren Radfahrer oft geradeaus, während Autos rechts abbiegen. Die Regeln im Einzelnen findest du unter Metro, Rad und Hafenbus.

Metro rund um die Uhr, Hafenbusse mit demselben Ticket

Die Metro fährt fahrerlos und rund um die Uhr. M1 und M2 gingen im Oktober 2002 in Betrieb, 2007 wurde M2 bis zum Flughafen verlängert, 2019 kam die Ringlinie M3 mit 17 Stationen dazu, und M4 wuchs 2020 nach Norden und im Juni 2024 nach Süden. Insgesamt hat das Netz 44 Stationen. Der Flughafen liegt rund acht Kilometer vom Zentrum und ist per Metro angebunden.

Die Hafenbusse auf den Linien 991, 992 und 993 sind kein Ausflugsangebot, sondern Teil des Nahverkehrs: gleiches Tarifsystem, gleiches Ticket, elf Anlegestellen entlang des Hafens. Seit 2020 fährt die Flotte vollelektrisch. Wer die Stadt vom Wasser sehen will, ohne eine Tour zu buchen, nimmt diese Boote; wer die Kanäle mit Erklärung will, nimmt die Kanalrundfahrt.

Der Hafen, in dem man badet

Bis in die 1990er Jahre war das Hafenwasser zu schmutzig zum Schwimmen. Nach dem Umbau der Abwasserführung öffnete 2002 am Islands Brygge das erste feste Hafenbad, entworfen von den Büros BIG und JDS. Seither erfüllt das Wasser die europäischen Badegewässerwerte, und Baden im Hafen ist eine normale Sommerbeschäftigung geworden, nicht eine Mutprobe. Weitere Becken liegen weiter draußen in den ehemaligen Werft- und Hafengebieten von Refshaleøen und Nordhavn.

Was ein Tag wirklich schafft

Ein Tag reicht für eine Achse, nicht für die Stadt. Realistisch ist: Rathausplatz, Fußgängerzone, Slotsholmen mit dem Parlament, Hafenkante bis Nyhavn, dann Amalienborg und Kastellet. Das sind etwa fünf Kilometer zu Fuß, mit zwei Innenbesichtigungen. Alles darüber wird Hetze.

Der häufigste Planungsfehler in Kopenhagen ist nicht, zu wenig zu sehen, sondern die Museen und die Ausflüge in denselben Tag zu packen. Frederiksborg, Louisiana und Malmö sind jeweils halbe bis ganze Tage. Wer drei Tage hat, nimmt einen für die Innenstadt, einen für Museen und Viertel, einen für einen Ausflug. Die vollständige Reihenfolge steht bei den Sehenswürdigkeiten mit Route.

Die Aussicht liegt in Türmen, nicht auf Plattformen

Kopenhagen ist flach und hat keinen Aussichtsberg, dafür vier begehbare Türme mit ganz unterschiedlichem Charakter. Der Turm von Christiansborg ist mit 106 Metern der höchste der Stadt und seit 2014 ohne Eintritt zugänglich, allerdings mit Sicherheitskontrolle wie am Flughafen. Der Rundetårn von 1642 hat statt einer Treppe eine Rampe, die sich siebeneinhalbmal um einen hohlen Kern windet.

Der Spitzenturm der Vor Frelsers Kirke in Christianshavn ist 90 Meter hoch; die Wendeltreppe hat insgesamt 400 Stufen, davon die letzten 150 außen am Turm entlang, gegen den Uhrzeigersinn gedreht. Wer nicht schwindelfrei ist, lässt genau diesen aus. Der vierte Blick kostet gar nichts: das Dach des Müllheizkraftwerks Amager Bakke ist 85 Meter hoch und seit 2019 als Piste und Wanderweg öffentlich zugänglich.

Kronen, Karte und die Sache mit dem Bargeld

Bezahlt wird in dänischen Kronen. Dänemark ist EU-Mitglied, hat aber den Euro nicht eingeführt, und Euro-Bargeld wird im Alltag nicht angenommen. Die Karte funktioniert praktisch überall, auch für Kleinstbeträge; Bargeld ist so weit verschwunden, dass manche Geschäfte es gar nicht mehr annehmen. Wenn das Terminal anbietet, in Euro abzurechnen, lehne ab und zahle in Kronen, sonst zahlst du den Wechselkurs des Terminalbetreibers. Dass Kopenhagen teuer ist, stimmt; das gilt für Essen und Übernachtung stärker als für Verkehr und Museen.

Klima: der Wind entscheidet mehr als das Thermometer

Der August ist mit einer mittleren Tageshöchsttemperatur von 20,6 Grad der wärmste Monat, im Januar liegt die mittlere Nachttemperatur bei 0,7 Grad. Über das Jahr fallen 678 Millimeter Niederschlag an 139 Regentagen, am meisten im Juli mit 71 Millimetern, am wenigsten im Mai mit 42 Millimetern. Das ist kein extremes Klima, sondern ein wechselhaftes.

Wichtiger als die Temperatur ist der Wind. An der Hafenkante, auf Langelinie und auf den Brücken ist es regelmäßig deutlich kühler und ungemütlicher als in den engen Gassen der Innenstadt. Eine winddichte Jacke bringt hier mehr als eine dicke.

Ausflüge, die sich vom Zentrum aus rechnen

Dragør liegt rund zehn Kilometer entfernt, Roskilde rund 40, Hillerød rund 50, Helsingør rund 60 Kilometer über Land. Alle vier sind mit dem Nahverkehr erreichbar und alle vier funktionieren als halber Tag. Nach Schweden geht es über die Öresundbrücke: Malmö als Tagesausflug ist eine Zugfahrt, aber eine Grenzüberschreitung mit Ausweispflicht und anderer Währung.

Anreise aus Deutschland

Von Hamburg sind es rund 360 Kilometer über Land, etwa viereinhalb Stunden Fahrzeit, von Berlin rund 440 Kilometer und etwa fünfeinhalb Stunden. Aus dem Rheinland werden es rund 800 Kilometer, aus München rund 1050. Wer mit dem Auto kommt, sollte wissen, dass ein Auto in Kopenhagen fast ausschließlich ein Parkproblem ist: das Hotel am Stadtrand mit Metroanschluss ist meist die bessere Lösung. Ob sich eine Attraktionskarte lohnt, rechnest du am besten mit der Übersicht zur Copenhagen Card durch.

Klima und Anreise auf einen Blick

Gerade in København15°Cteils bewölkt
  • Wärmster MonatAugust, 21 °C
  • Kühlster MonatJanuar, 1 °C
  • Trockenster MonatMai
  • Höhe4 m

Temperatur Tag und Nacht, in Grad Celsius

4°1°J
5°1°F
7°2°M
10°4°A
15°9°M
20°13°J
20°15°J
21°15°A
18°13°S
13°9°O
8°5°N
6°3°D

Regen Millimeter und Regentage pro Monat

58mm13 TageJ
52mm11 TageF
50mm11 TageM
44mm9 TageA
42mm10 TageM
51mm10 TageJ
71mm13 TageJ
68mm12 TageA
57mm12 TageS
68mm13 TageO
56mm12 TageN
61mm13 TageD

Entfernung ab deutschen Städten

AbLuftlinieÜber Land ca.
Hamburg289 km360 km, 4 Std. 30 Min.
Berlin355 km440 km, 5 Std. 30 Min.
Düsseldorf626 km780 km, 9 Std. 45 Min.
Köln645 km810 km, 10 Std.
Frankfurt671 km840 km, 10 Std. 30 Min.
Stuttgart801 km1.000 km, 12 Std. 30 Min.
München841 km1.050 km, 13 Std.

Monatswerte sind Durchschnitte der Jahre 2015 bis 2024, berechnet aus der ERA5-Reanalyse von Copernicus, bereitgestellt über Open-Meteo (CC BY 4.0). Die aktuelle Temperatur liefert das Meteorologische Institut Norwegen (CC BY 4.0). Die Luftlinie ist aus den Koordinaten berechnet. Die Werte für die Strecke über Land sind daraus geschätzt und ersetzen keine Routenplanung.

Städte in der Nähe

StadtEntfernungMit dem Auto etwa
Dragør8 km10 km, 0 Std. 15 Min.
Roskilde32 km40 km, 0 Std. 30 Min.
Køge34 km50 km, 0 Std. 30 Min.
Hillerød36 km50 km, 0 Std. 30 Min.
Helsingør43 km60 km, 0 Std. 45 Min.
Hornbæk50 km70 km, 0 Std. 45 Min.

Entfernungen sind Luftlinie, die Fahrzeit ist aus der Straßenentfernung geschätzt und hängt von Route und Verkehr ab.

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Sehenswürdigkeiten im Detail

Praktische Infos

Häufige Fragen

Wie heißt Kopenhagen auf Dänisch und wie spricht man es aus?

København. Gesprochen etwa „Köbenhaun“, mit einem sehr weichen Auslaut, bei dem das W-Geräusch am Ende fast verschwindet. Auf Bahnhofsanzeigen, Fahrkarten und Autobahnschildern steht immer die dänische Form, nie Kopenhagen. Der Hauptbahnhof heißt København H, der Flughafenbahnhof Københavns Lufthavn.

Wann ist die beste Zeit für Kopenhagen?

Im August liegt die mittlere Tageshöchsttemperatur bei 20,6 Grad, der Juli ist mit rund 71 Millimetern der nasseste Monat, der Mai mit etwa 42 Millimetern der trockenste. Für eine Städtereise sind Mai, Juni und September die verlässlichere Wahl: lange Tage, weniger Regen als im Hochsommer und weniger Andrang. Im Winter sind die Tage sehr kurz, dafür sind die Museen leer.

Wie viele Tage braucht Kopenhagen?

Drei bis vier Tage. Einer für die Innenstadt zwischen Rathausplatz und Kastellet, einer für Museen und Viertel, einer für einen Ausflug nach Norden oder nach Schweden. Mit zwei Tagen sieht man den Kern, muss aber auf die Ausflüge verzichten. Mit einem Tag bleibt nur eine Achse.

Brauche ich in Kopenhagen Bargeld?

In der Regel nicht. Die Karte funktioniert überall, auch für kleine Beträge, und manche Geschäfte nehmen gar kein Bargeld mehr an. Bezahlt wird in dänischen Kronen; Euro-Bargeld ist im Alltag nicht verwendbar. Wenn das Kartenterminal fragt, ob in Euro abgerechnet werden soll, lehne ab.

Ist Kopenhagen ohne Fahrrad sinnvoll?

Ja. Die Innenstadt ist zu Fuß in Stunden zu erlaufen, Metro und Hafenbus decken den Rest ab. Das Rad lohnt sich, wenn du in die äußeren Viertel willst oder mehrere Tage bleibst. Wer sich im dichten Radverkehr unsicher fühlt, sollte es lassen: hier wird schnell und dicht gefahren, und Touristen auf Leihrädern sind die häufigste Ursache für Ärger auf den Radwegen.