Auf einen Blick
- Nur per FähreBornholm, Ærø, Samsø, Læsø, Fanø
- Über einen DammRømø, ab Skærbæk
- Über BrückenMøn, Falster, Lolland, Fyn, Sjælland, Als, Mors, Langeland
- Größte hier verglichene InselFünen (Fyn), rund 3.100 Quadratkilometer
- Kleinste hier verglichene InselFanø, rund 56 Quadratkilometer
- Ideale DauerFähreninseln 4 bis 7 Tage, Brückeninseln auch kürzer
Die erste Frage: Brücke, Damm oder Fähre
Eine Brücke macht aus einer Insel ein Stück Festland mit Wasser drumherum. Du fährst hin, wann du willst, du fährst weg, wann du willst, und ein Regentag lässt sich mit einer Fahrt aufs Festland retten. Genau deshalb sind Fünen, Seeland, Falster, Lolland, Møn, Als, Mors und Langeland leicht zu planen und selten ein eigener Urlaub.
Eine Fähre dagegen bindet den Tag. Ankunft und Abreise liegen fest, Autoplätze sind in der Hochsaison knapp, und ein Sturm kann eine Überfahrt streichen. Das ist kein Nachteil, sondern der Grund, warum diese Inseln anders sind: Wer nur schwer hinkommt, hat weniger Tagesgäste. Rechne für eine reine Fähreninsel deshalb nicht mit einem Tagesausflug, sondern mit mehreren Nächten, und buche Auto und Rad rechtzeitig.
Der Sonderfall ist Rømø. Die Insel im Wattenmeer hängt über einen Damm ab Skærbæk am Festland und ist damit jederzeit erreichbar, obwohl sie mitten im Watt liegt. Das erklärt, warum Rømø viel stärker besucht wird als das benachbarte Fanø.
Bornholm: Granit, weit draußen
Bornholm liegt in der Ostsee näher an Schweden und Polen als an Kopenhagen und hat mit dem übrigen Dänemark geologisch wenig gemein: Der Untergrund ist Granit, im Norden fällt Fels zur See ab, im Süden liegen weite Sandstrände. Die Insel misst gut 588 Quadratkilometer, es leben knapp 39.000 Menschen dort.
Fähren fahren von Køge auf Seeland, von Ystad in Schweden sowie von Sassnitz und aus polnischen Häfen; dazu gibt es einen Flughafen. Eine Straßenverbindung nach Dänemark existiert nicht und wird es nicht geben. Sehenswert sind die Burgruine Hammershus im Nordwesten, vier mittelalterliche Rundkirchen und die Räuchereien der Ostküste. Im Mai 1945 bombardierten sowjetische Verbände Rønne und Nexø; sowjetische Truppen blieben bis zum April 1946 auf der Insel.
Fünen: die Insel, die sich nicht so anfühlt
Fünen (Fyn) ist mit rund 3.100 Quadratkilometern und etwa 470.000 Einwohnern die größte Insel in diesem Vergleich und zugleich die unauffälligste. Über den Großen Belt führt seit 1997 die Bahn und seit 1998 die Straße nach Seeland, über den Kleinen Belt seit 1935 und seit 1970 zwei Brücken nach Jütland. Die Querung des Großen Belts kostet Maut, die des Kleinen Belts nicht.
Was Fünen ausmacht, ist nicht das Meer, sondern das Binnenland: Herrenhäuser, Alleen, Obstbau und mit Odense die drittgrößte Stadt des Landes. Wer Insel im Sinne von Abgeschiedenheit sucht, ist hier falsch. Wer eine bequeme Basis für Schlösser, Radrouten und die Südfünische Inselwelt sucht, richtig.
Ærø: klein, langsam, nur per Schiff
Ærø ist die einzige der größeren dänischen Ostseeinseln ohne Brücke. Auf 88 Quadratkilometern leben knapp 6.000 Menschen in drei Orten: Marstal als Seefahrerstadt, Ærøskøbing mit seinen kleinen Häusern aus dem 18. Jahrhundert und Søby im Nordwesten. Fähren verbinden die Insel mit Svendborg, Faaborg, Rudkøbing und Fynshav.
Die Insel hat sich der erneuerbaren Energie verschrieben, unter anderem mit einer großen Solarwärmeanlage in Marstal; seit August 2019 fährt zwischen Søby und Fynshav eine batterieelektrische Fähre. Für Radfahrer ist Ærø eines der besten Ziele des Landes, weil die Wege kurz sind und das Auto überflüssig ist.
Samsø und Læsø: zwei sehr eigene Fälle
Samsø liegt fast genau in der geografischen Mitte Dänemarks, misst 114 Quadratkilometer und hat rund 3.700 Einwohner. Erreichbar ist die Insel über die Häfen Sælvig und Ballen. Bekannt wurde sie, nachdem sie 1997 einen staatlichen Wettbewerb gewonnen hatte und ihre Energieversorgung auf Wind, Biomasse und Sonne umstellte. Landwirtschaftlich steht Samsø für Frühkartoffeln, die im dänischen Frühsommer ein eigenes Thema sind.
Læsø im Kattegat ist mit 101 Quadratkilometern ähnlich groß, aber mit knapp 1.700 Einwohnern deutlich leerer. Die Fähre fährt von Frederikshavn nach Vesterø Havn. Das Wahrzeichen sind Häuser mit Dächern aus Seegras, die ab dem 17. Jahrhundert entstanden, weil die Salzsiederei den Wald der Insel aufgebraucht hatte. Salz wird seit den 1980er Jahren wieder gesotten, zunächst als archäologisches Experiment. Die Kulturlandschaft steht seit 2023 auf der UNESCO-Vorschlagsliste.
Fanø und Rømø: zwei Wattenmeerinseln, zwei Zugänge
Fanø misst rund 56 Quadratkilometer, ist etwa 16 Kilometer lang und knapp 3 Kilometer breit und hat gut 3.300 Einwohner. Die Fähre fährt ab Esbjerg. Die gesamte Westseite ist ein einziger breiter Strand, auf dem das Fahren mit dem Auto erlaubt ist. Die beiden Orte Nordby und Sønderho gehen auf eine reiche Seefahrergeschichte zurück; die reetgedeckten Häuser stehen dort auffällig gleich ausgerichtet, weil der Westwind das so verlangt.
Rømø liegt weiter südlich und ist über den Damm ab Skærbæk direkt anfahrbar. Der Strand im Westen ist außergewöhnlich breit und hart, weshalb dort Strandsegler und Kitebuggys unterwegs sind. Vom Osthafen fährt eine Fähre zur deutschen Nachbarinsel Sylt. Beide Inseln gehören zum Wattenmeer, und für beide gelten die Regeln des Nationalparks und der Gezeiten.
Møn und Falster: Inseln ohne Inselgefühl
Møn hängt über die Königin-Alexandrine-Brücke bei Kalvehave an Seeland und ist über Dämme mit Bogø und Farø verbunden. Die Insel misst 218 Quadratkilometer und hat rund 9.400 Einwohner. Ihr Gewicht liegt in der Kreideküste: Møns Klint zieht sich etwa 6 Kilometer hin und erreicht am Dronningestolen 128 Meter. Seit 2025 gehört die Klippe zum UNESCO-Welterbe, seit 2017 sind Møn und Nyord als Dark Sky Park ausgewiesen.
Falster ist mit 486 Quadratkilometern größer und mit gut 43.000 Einwohnern deutlich dichter besiedelt. Über die Farø-Brücken und die Storstrøm-Verbindung liegt die Insel direkt an der Achse Kopenhagen bis Hamburg. Gedser Odde ist der südlichste Punkt Dänemarks, Marielyst der bekannteste Badestrand der Gegend.
Langeland, Als und Mors: die stillen Brückeninseln
Drei Brückeninseln stehen selten im Prospekt und lohnen genau deshalb. Langeland zieht sich schmal und lang südlich von Fünen hin, ist über Tåsinge angebunden und lebt von Obstbau, Steilküste und einem sehr ruhigen Rhythmus. Als im Süden gehört zu Sønderjylland, hängt über Sønderborg am Festland und mischt Küste mit einer dicht erzählten Grenzgeschichte.
Mors liegt mitten im Limfjord, ist über zwei Brücken erreichbar und wirkt eher wie eine Fjordlandschaft als wie eine Insel. Der Molerlehm an der Nordwestküste macht die Insel geologisch interessant, weil darin außergewöhnlich gut erhaltene Fossilien stecken. Alle drei eignen sich für zwei bis drei ruhige Tage, aber nicht für einen Urlaub, der Programm braucht.
Welche Insel zu welchem Urlaub passt
- Erste Dänemarkreise mit Auto: Fünen oder Møn, weil Brücken die Planung entlasten.
- Radurlaub ohne Auto: Ærø oder Bornholm, beide klein genug für eine Rundtour.
- Strand und Weite: Fanø oder Rømø, beide mit sehr breiten Nordseestränden.
- Ruhe und wenig Programm: Læsø, wo außerhalb der Hochsaison kaum jemand unterwegs ist.
- Landschaftlicher Kontrast: Bornholm, weil Felsküste, Wald und Sandstrand dicht beieinanderliegen.
Was du vor jeder Inselreise klärst
Drei Punkte entscheiden über den Verlauf. Erstens die Fähre: Ob eine Verbindung besteht, steht fest, wie oft sie fährt und ob Autoplätze frei sind, nicht. Buche früh, wenn du in den Sommerferien mit dem Auto reist, und prüfe die aktuellen Angaben direkt bei der Reederei. Zweitens die Versorgung: Auf kleinen Inseln gibt es wenige Läden, und außerhalb der Saison schließen viele Angebote ganz.
Drittens das Wetter. Sturm kann Überfahrten streichen, und auf einer Fähreninsel bedeutet das eine verschobene Abreise. Wer am Rückreisetag einen Flug oder eine lange Autofahrt vor sich hat, plant deshalb einen Puffer ein. Bezahlt wird überall in dänischen Kronen, Karte funktioniert auch an Bord.
Häufige Fragen
Welche dänischen Inseln erreiche ich nur mit der Fähre?
Bornholm, Ærø, Samsø, Læsø und Fanø haben keine Straßenverbindung zum Festland. Rømø ist der Sonderfall: Die Insel hängt über einen Damm ab Skærbæk am Festland. Møn, Falster, Lolland, Fünen, Seeland, Als, Mors und Langeland sind über Brücken erreichbar.
Wie kommt man nach Bornholm?
Mit der Fähre von Køge auf Seeland, von Ystad in Schweden sowie von Sassnitz und aus polnischen Häfen, oder mit dem Flugzeug. Eine Straßen- oder Bahnverbindung zum übrigen Dänemark gibt es nicht. Plane Bornholm deshalb als eigene Reise mit mehreren Nächten und nicht als Abstecher von Kopenhagen aus.
Welche Insel eignet sich am besten für eine Radtour?
Ærø, wenn du es klein und ruhig magst: kurze Wege, wenig Verkehr, drei Orte. Bornholm, wenn du eine echte Rundtour willst; die nationale Route rund um die Insel misst rund 105 Kilometer und lässt sich auf mehrere Tage verteilen. Auf beiden Inseln brauchst du kein Auto.
Darf man auf dänischen Stränden Auto fahren?
Auf einigen, nicht auf allen. Auf Fanø und Rømø ist das Befahren der Strände erlaubt und üblich, dort verkehren teils sogar Busse auf dem Sand. Halte dich an die ausgeschilderten Zufahrten und Bereiche, fahre langsam und meide Dünen und Vogelschutzzonen. Weicher Sand und auflaufendes Wasser sind die häufigsten Gründe für festgefahrene Autos.
Wie lange sollte ich auf einer Fähreninsel bleiben?
Mindestens vier Nächte, besser eine Woche. Anreise- und Abreisetag gehen weitgehend für die Überfahrt drauf, und ein Schlechtwettertag lässt sich nicht durch eine Fahrt aufs Festland auffangen. Bei Brückeninseln wie Møn oder Falster reichen dagegen auch zwei bis drei Nächte.






