Auf einen Blick
- VerbindungÖresundverbindung, eröffnet 1. Juli 2000
- AufbauBrücke, künstliche Insel Peberholm, Drogden-Tunnel
- Pylonhöhe204 Meter
- GrenzeAusweispflicht bei der Einreise nach Schweden
- WährungSchwedische Krone, nicht die dänische
- Ideale Dauerein ganzer Tag
Der Grenzübertritt, praktisch erklärt
Nimm Personalausweis oder Reisepass mit, für alle Mitreisenden, auch für Kinder. Ohne Ausweis kann die Fahrt nach Schweden an der Kontrolle enden. Die Kontrollen finden auf schwedischer Seite statt; auf dem Rückweg nach Dänemark ist die Lage üblicherweise entspannter, kann sich aber ändern.
Für die Bahnfahrt brauchst du ein Ticket, das die Grenze abdeckt; die Kopenhagener Tarifzonen enden vorher. Prüfe Verbindung und Fahrschein vorab bei den Verkehrsunternehmen. Wer mit dem Auto über die Brücke fährt, zahlt Maut; einen Betrag nennen wir hier nicht, weil die Tarife jährlich angepasst werden.
Zwei Währungen, ein Tag
Dänemark und Schweden haben beide eine Krone, aber es sind zwei verschiedene Währungen mit unterschiedlichem Wert. Dänische Kronen kannst du in Malmö nicht ausgeben, und schwedische in Kopenhagen ebenso wenig. Praktisch ist das kein Problem, weil in beiden Ländern nahezu überall mit Karte bezahlt wird. Wenn das Terminal anbietet, in Euro oder in deiner Heimatwährung abzurechnen, lehne ab und zahle in der Landeswährung.
Malmö war lange dänisch
Die Provinz Schonen gehörte bis 1658 zu Dänemark, und das erklärt die Altstadt. Das Schloss Malmöhus wurde zwischen 1526 und 1539 gebaut, im Wesentlichen unter dem dänischen König Christian III., und gilt als das älteste erhaltene Renaissanceschloss Nordeuropas. Wer von Kopenhagen kommt, erkennt in Malmö deshalb Bauformen wieder, die er tags zuvor auf der anderen Seite des Sunds gesehen hat.
Das ist der eigentliche Reiz dieses Ausflugs: nicht ein anderes Land zu sehen, sondern dieselbe Region in zwei Staaten. Die Stadtplätze Stortorget und Lilla Torg liegen wenige Minuten auseinander und zeigen den Unterschied zwischen repräsentativer und kleinteiliger Altstadt.
Was du sonst siehst
Am auffälligsten ist der Turning Torso im Westhafen: 190 Meter hoch, 54 Geschosse, fertiggestellt 2005 nach Entwurf von Santiago Calatrava, um 90 Grad in sich gedreht. Bei seiner Eröffnung war er das höchste Gebäude Skandinaviens. Das Viertel drumherum, Västra Hamnen, ist ein ehemaliges Werftgelände, das zu einem Wohnquartier am Wasser umgebaut wurde, mit Uferpromenade und Badestellen.
Wer das kennt, sieht die Parallele zu Refshaleøen und Nordhavn auf der dänischen Seite. Beide Städte haben dieselbe Aufgabe gelöst, nur mit unterschiedlichen Mitteln.
Die Fahrt selbst ist Teil des Ziels
Der Zug fährt zuerst durch den Tunnel unter der Fahrrinne hindurch, taucht auf Peberholm auf und steigt dann auf die Brücke. Peberholm wurde aus dem Aushub des Tunnels aufgeschüttet und bewusst der Natur überlassen; Botaniker und Ornithologen beobachten seit der Eröffnung, welche Arten sich dort von selbst ansiedeln. Betreten darf man die Insel nicht.
Setz dich für die Hinfahrt auf die Seite mit Blick nach Norden, dann siehst du die Brücke und den Schiffsverkehr im Sund. Die Fahrt dauert nicht lange, aber sie zeigt in wenigen Minuten, warum diese Meerenge über Jahrhunderte so wichtig war.
Zeit und Alternativen
Plane einen ganzen Tag. Ein halber reicht für Altstadt und Hafen nicht, und die Fahrt selbst kostet Zeit. Wenn du in Kopenhagen nur zwei oder drei Tage hast, ist ein Ausflug nach Frederiksborg oder ins Louisiana meist ergiebiger, weil du dann in einer Kultur bleibst und mehr davon siehst. Malmö lohnt sich, wenn du länger da bist oder wenn dich die Öresundregion als Ganzes interessiert. Die Einordnung steht bei den Kopenhagener Sehenswürdigkeiten, die Verkehrsgrundlagen bei Verkehr in Kopenhagen.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istVoll sind die Züge zu den Pendlerzeiten am Morgen und am späten Nachmittag, weil viele Menschen täglich über den Sund zur Arbeit fahren. Fahre dazwischen, dann findest du auch einen Fensterplatz für die Brücke.
- Wenn es regnetMalmö hat weniger überdachtes Programm als Kopenhagen, und der Weg vom Bahnhof in die Altstadt liegt frei. Bei Dauerregen ist der Ausflug wenig ergiebig; nimm dann ein Museum in Kopenhagen und verschiebe Malmö.
- Mit KindernDie Fahrt über die Brücke ist für Kinder oft das Beste am ganzen Tag. In Malmö selbst funktionieren die Uferpromenade im Westhafen und die Plätze der Altstadt. Denk an den Ausweis, auch für Kinder.
- Mit eingeschränkter MobilitätZüge und Bahnhöfe auf beiden Seiten sind weitgehend barrierefrei. Die Altstadt von Malmö ist eben, aber gepflastert. Für Rollstuhl oder Rollator ist der Ausflug machbar; die Umsteigewege am Bahnhof solltest du vorher prüfen.
Häufige Fragen
Braucht man für Malmö einen Ausweis?
Ja. Seit November 2015 gibt es bei der Einreise nach Schweden Ausweiskontrollen, und du musst Personalausweis oder Reisepass vorzeigen können, auch für mitreisende Kinder. Davor war der Grenzübertritt jahrzehntelang kontrollfrei. Ohne Ausweis kann die Fahrt an der Kontrolle enden.
Kann man in Malmö mit dänischen Kronen bezahlen?
Nein. Schweden hat eine eigene Währung, die schwedische Krone, und dänische Kronen werden nicht angenommen. Da in beiden Ländern fast überall mit Karte gezahlt wird, ist das in der Praxis kein Problem. Lehne an den Terminals die Abrechnung in Euro ab und zahle in der Landeswährung.
Lohnt sich Malmö als Tagesausflug?
Wenn du mindestens vier Tage in Kopenhagen bist, ja. Bei kürzeren Reisen ist ein Ausflug nach Norden meist ergiebiger. Der besondere Reiz liegt darin, dieselbe historische Region in zwei Staaten zu sehen: Schonen gehörte bis 1658 zu Dänemark, und das ist an der Altstadt und am Schloss abzulesen.
Wie funktioniert die Öresundverbindung?
Die Verbindung besteht aus drei Teilen. Von Schweden aus kommt zuerst eine Schrägseilbrücke mit 204 Meter hohen Pylonen, dann die künstliche Insel Peberholm von rund vier Kilometern Länge, dann der Drogden-Tunnel bis zur dänischen Seite. Straße und Bahn laufen gemeinsam darüber. Eröffnet wurde sie am 1. Juli 2000.





