Auf einen Blick
- Eröffnet15. August 1843
- GründerGeorg Carstensen, mit Konzession von Christian VIII.
- Flächerund 61.000 Quadratmeter
- Ältestes FahrgeschäftHolzachterbahn Rutschebanen, 1914
- Pantomimetheater1874, von Vilhelm Dahlerup
- Ideale Dauer3 bis 5 Stunden, am besten in den Abend hinein
Ein Vergnügungsgarten als politisches Argument
1843 lag hier das Glacis vor der Stadtbefestigung, also militärisches Freigelände, das nicht bebaut werden durfte. Carstensen bekam es zur Pacht und baute darauf einen Garten nach dem Vorbild europäischer Vergnügungsgärten, mit Konzertmuschel, Karussells und Feuerwerk. Sein berühmter Satz über den Park, „Tivoli wird niemals fertig sein“, stammt aus dem Jahr 1844 und beschreibt bis heute die Betriebsweise.
Der Garten überlebte die Festung, die Industrialisierung und zwei Weltkriege, und er liegt nach wie vor an derselben Stelle: direkt zwischen Hauptbahnhof und Rathausplatz. Das ist der eigentliche Trumpf, denn man kann ihn ohne Anfahrt in einen Stadttag einbauen.
Was vom alten Tivoli noch steht
Das Pantomimetheater von 1874 ist das auffälligste Stück. Vilhelm Dahlerup, der auch das Königliche Theater baute, entwarf es in einem chinesisch inspirierten Stil, und sein mechanischer Vorhang faltet sich wie ein Pfauenrad auseinander. Der Vorhang öffnet sich also nach unten, was den alten Kopenhagener Scherz erklärt, im Tivoli falle der Vorhang beim Aufgehen.
Die Holzachterbahn Rutschebanen fährt seit 1914, und in jedem Zug fährt ein Bremser mit, der die Geschwindigkeit von Hand reguliert. Das ist keine Show, sondern die ursprüngliche Technik. Die Tivoli-Garde, eine Musik- und Marschformation aus Kindern und Jugendlichen, gibt es seit 1844.
Eintritt und Fahrten sind zwei verschiedene Dinge
Der Eintritt in den Garten und das Fahren auf den Attraktionen sind getrennt. Mit dem Eintrittsticket darfst du hinein, spazieren, den Konzerten zuhören und essen; für die Fahrgeschäfte brauchst du zusätzlich entweder Einzelfahrten oder ein Fahrarmband. Das ist wichtig für die Planung, weil viele Besucher nur den Eintritt einrechnen und dann drinnen überrascht werden.
Für Erwachsene ohne Fahrwünsche ist der reine Eintritt oft die sinnvollere Wahl. Für Familien mit Kindern, die alles fahren wollen, lohnt sich das Armband fast immer. Ob die Attraktionskarte der Stadt den Tivoli einschließt und wie man das durchrechnet, steht bei Copenhagen Card und City Pass. Prüfe Konditionen vor dem Kauf auf der offiziellen Seite, denn Ticketarten ändern sich.
Abends ist es ein anderer Park
Der wichtigste Rat für den Tivoli ist ein zeitlicher: Bleib bis nach Einbruch der Dunkelheit. Erst dann kommt die Beleuchtung zur Geltung, die den Ruf des Gartens begründet hat, mit tausenden Glühlampen, chinesischen Papierlaternen und der beleuchteten Kuppel des Pantomimetheaters. Am Tag ist der Tivoli ein hübscher Garten; am Abend ist er das, wofür Leute wiederkommen.
Im Sommer bespielt eine Freilichtbühne den Park mit Konzerten, dazu kommen Auftritte im Konzertsaal, dessen heutiges Gebäude von 1956 stammt. Wer beides mitnehmen will, kommt am späten Nachmittag und plant drei bis fünf Stunden ein.
Mit Kindern und für wen es sich nicht lohnt
Für Kinder etwa ab dem Grundschulalter ist der Tivoli sehr gut geeignet, weil die Wege kurz sind und zwischen den Fahrgeschäften immer wieder Garten liegt. Für Jugendliche, die große Achterbahnen erwarten, ist der Park klein. Wer ausschließlich fahren will, ist in Bakken bei Klampenborg mit freiem Zugang und mehr Fahrgeschäften oft besser aufgehoben.
Saisonen: nicht das ganze Jahr geöffnet
Der Tivoli hat keine durchgehende Saison, sondern mehrere: die Sommersaison, eine Halloween-Saison im Oktober und eine Weihnachtssaison im Dezember, dazu in manchen Jahren eine Winterphase. Zwischen den Saisonen ist der Garten geschlossen, und das trifft regelmäßig Besucher, die im November oder Anfang März anreisen. Die genauen Termine wechseln jährlich und stehen auf der offiziellen Seite.
Der Tivoli liegt direkt an Hauptbahnhof und Metro, und schräg gegenüber steht mit der Ny Carlsberg Glyptotek ein Museum, das sich gut mit einem späten Tivoli-Abend kombinieren lässt. Wie beides in eine Tagesroute passt, zeigt die Übersicht der Kopenhagener Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istAm vollsten sind Wochenenden der Sommer- und Weihnachtssaison sowie die Stunden nach Feierabend. Komm am frühen Nachmittag an einem Wochentag, mach zuerst die Fahrgeschäfte und lass Garten und Konzerte für den Abend.
- Wenn es regnetEin großer Teil des Tivoli liegt im Freien, und mehrere Fahrgeschäfte stellen bei Sturm den Betrieb ein. Bei anhaltendem Regen sind der Konzertsaal, die überdachten Bereiche und die Gastronomie der Rest des Programms; dann ist ein Museumstag die bessere Entscheidung.
- Mit KindernAb Grundschulalter sehr gut, weil die Wege kurz sind und zwischen den Attraktionen immer Garten liegt. Für kleine Kinder gibt es einen eigenen Bereich mit langsamen Fahrgeschäften. Das Fahrarmband rechnet sich bei Kindern fast immer.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Wege sind befestigt und weitgehend eben, es gibt aber Stufen und schmale Passagen zwischen den Attraktionen, und bei Andrang wird es eng. Einzelne Fahrgeschäfte haben Zugangsbeschränkungen; kläre das vorab auf der offiziellen Seite.
Häufige Fragen
Ist der Tivoli der älteste Vergnügungspark der Welt?
Nein, der zweitälteste noch betriebene. Älter ist Bakken bei Klampenborg nördlich von Kopenhagen, dessen Ursprung auf eine Quelle von 1583 zurückgeht. Der Tivoli eröffnete am 15. August 1843 und ist damit der zweitälteste durchgehend betriebene Vergnügungspark weltweit.
Sind Fahrten im Eintritt enthalten?
Nein. Eintritt und Fahrgeschäfte sind getrennt. Mit dem Eintritt kommst du in den Garten, für die Attraktionen brauchst du zusätzlich Einzelfahrten oder ein Fahrarmband. Wer nur spazieren, essen und Musik hören will, kommt mit dem Eintritt aus.
Wann ist die beste Zeit für den Tivoli?
Der späte Nachmittag mit Übergang in den Abend, weil die Beleuchtung den Park erst nach Einbruch der Dunkelheit trägt. Über das Jahr betrachtet: im August liegt die mittlere Tageshöchsttemperatur bei 20,6 Grad, der Juli ist mit rund 71 Millimetern der nasseste Monat, der Mai mit etwa 42 Millimetern der trockenste. Achte darauf, dass der Garten zwischen den Saisonen geschlossen ist.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Drei bis fünf Stunden. Weniger lohnt kaum, weil ein Teil des Reizes im Herumgehen liegt. Familien, die alle Fahrgeschäfte mitnehmen wollen, sollten eher einen halben bis ganzen Tag rechnen und die Abendstunden einschließen.





