Auf einen Blick
- Gegründet22. Mai 1807, aus der königlichen Kunstkammer
- GebäudePrinsens Palæ, von Nicolai Eigtved
- Ältestes HauptstückSonnenwagen von Trundholm, um 1400 vor Christus
- SammlungsbreiteSteinzeit bis Gegenwart, dazu Antike und Ethnografie
- Fundjahr Sonnenwagen1902, im Moor von Odsherred
- Ideale Dauer2 bis 3 Stunden mit Auswahl
Der Sonnenwagen von Trundholm
Das bekannteste Objekt Dänemarks ist klein: eine Bronzeplastik aus der Zeit um 1400 vor Christus, gefunden 1902 in einem Moor bei Trundholm in Odsherred auf Seeland. Ein Pferd zieht eine Scheibe von etwa 25 Zentimetern Durchmesser auf sechs Rädern. Entscheidend ist, dass die Scheibe nur auf einer Seite mit Gold belegt ist.
Das ist keine Sparsamkeit, sondern die Aussage des Objekts. Die Sonne zeigt tagsüber auf ihrem Weg von Ost nach West ihre helle Seite und kehrt nachts mit der dunklen zurück. Der Wagen ist damit ein Modell des Weltbilds seiner Zeit und nicht nur ein Schmuckstück. Wenn du in diesem Museum nur ein Objekt ansiehst, nimm dieses.
Die Egtved-Frau und die Bronzezeit
In einem Eichensarg aus der Bronzezeit lag eine junge Frau, deren Kleidung, Haare und Beigaben durch die Gerbsäure des Eichenholzes erhalten blieben. Was du siehst, ist deshalb keine Rekonstruktion, sondern Stoff, der über dreitausend Jahre alt ist: ein kurzes Oberteil und ein Rock aus Schnüren.
Direkt daneben liegt der Silberkessel von Gundestrup aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, dessen Bildplatten mit Göttern, Tieren und Kriegern bis heute nicht abschließend gedeutet sind. Beide Objekte zusammen erklären, warum dänische Moore für die europäische Archäologie so wichtig sind.
Wikinger, Runensteine und die Goldhörner, die fehlen
Die Wikingerabteilung zeigt Waffen, Schmuck, Silberschätze und Runensteine, darunter den Snoldelev-Stein und einen Runenstein aus Grönland. Sie ist nüchtern gehalten und arbeitet mit Fundzusammenhängen statt mit Inszenierung; wer Drachenschiffe und Hörnerhelme erwartet, wird sie hier nicht finden, und das ist gut so.
Ein Ausstellungsstück ist bezeichnenderweise nicht echt: Von den Goldhörnern von Gallehus stehen nur Kopien da. Die Originale wurden 1802 gestohlen und eingeschmolzen. Das ist eine der bekanntesten Verlustgeschichten der dänischen Kulturgeschichte, und sie ist mehr wert als manches Original nebenan.
Hier wurde die Vorgeschichte in drei Zeitalter geteilt
Das Museum hat nicht nur Funde, es hat auch eine Methode hervorgebracht. Christian Jürgensen Thomsen war ab 1816 Kurator des Hauses und musste eine große, ungeordnete Sammlung nordischer Altertümer sortieren. Aus dieser Arbeit entstand die Einteilung in Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit, die er 1836 in seinem Leitfaden zur nordischen Altertumskunde veröffentlichte.
Diese Dreiteilung ist heute weltweiter Standard, und sie wurde nicht in einem Hörsaal erfunden, sondern beim Einräumen von Vitrinen in genau diesem Museum. Wenn du durch die Vorgeschichte gehst, gehst du durch das Ordnungsprinzip, das hier entstanden ist.
Was du sonst noch findest
Das Haus ist weit mehr als dänische Vorgeschichte. Es besitzt die größte dänische Sammlung antiker Objekte aus Griechenland, Italien, dem Vorderen Orient und Ägypten sowie eine der größten europäischen Sammlungen präkolumbischer Objekte aus der Karibik. Dazu kommt eine ethnografische Abteilung und ein eigener Bereich für Kinder, in dem angefasst werden darf.
Auch sieben der Bildteppiche, die Frederik II. um 1580 für Schloss Kronborg in Auftrag gab, liegen hier; die übrigen hängen dort im Ballsaal. Wer beides sehen will, verbindet den Museumsbesuch mit einem Tag in Helsingør.
Zeit, Route und Kombination
Zwei bis drei Stunden mit Auswahl, ein ganzer Tag, wenn du alles willst. Praktischer Rat: Geh zuerst in die dänische Vorgeschichte, solange du frisch bist, und lass Ethnografie und Antike für einen zweiten Besuch. Das Museum liegt zwei Minuten von Christiansborg und wenige Schritte von der Ablegestelle der Kanalrundfahrt an Gammel Strand, dazu direkt an der Altstadt mit Strøget. Wie es in eine Tagesplanung passt, steht bei den Kopenhagener Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istVoll wird es an Regentagen und in den Schulferien, besonders im Kinderbereich und in der Wikingerabteilung. Beginne dann umgekehrt, also mit Antike oder Ethnografie, und nimm die Vorgeschichte später.
- Wenn es regnetDer ganze Besuch liegt innen, Regen ist also kein Nachteil, sondern der beste Grund herzukommen. Das gilt allerdings für viele andere auch, weshalb es dann voller ist.
- Mit KindernDer eigene Kinderbereich zum Anfassen ist einer der besten der Stadt. Plane ihn ans Ende, nicht an den Anfang, sonst ist danach nichts mehr zu machen. Bronzezeit und Wikinger funktionieren zusätzlich gut.
- Mit eingeschränkter MobilitätDas Haus ist ein umgebautes Stadtpalais mit mehreren Ebenen, aber mit Aufzügen erschlossen. Die Wege sind lang; wer schlecht zu Fuß ist, sollte sich auf eine Abteilung beschränken und die Sitzgelegenheiten in den Sälen nutzen.
Häufige Fragen
Welche Objekte sollte man auf keinen Fall auslassen?
Den Sonnenwagen von Trundholm, die Egtved-Frau mit ihrer erhaltenen Kleidung, den Silberkessel von Gundestrup, die Runensteine und die Kopien der Goldhörner von Gallehus. Mit diesen fünf hast du die Kerngeschichte des Hauses, und das dauert etwa zwei Stunden.
Warum sind die Goldhörner nur Kopien?
Weil die Originale 1802 gestohlen und eingeschmolzen wurden. Die beiden Hörner aus Gallehus in Südjütland waren im 17. und 18. Jahrhundert gefunden worden und galten als bedeutendste Goldfunde des Landes. Erhalten sind nur Zeichnungen und Beschreibungen, nach denen die Kopien angefertigt wurden.
Ist das Museum für Kinder geeignet?
Ja, es gibt einen eigenen Kinderbereich, in dem angefasst und ausprobiert werden darf. Auch die Bronzezeit- und Wikingerräume funktionieren mit Kindern gut, weil dort viele greifbare Gegenstände liegen. Die ethnografischen und antiken Abteilungen sind dagegen eher etwas für Erwachsene.
Wie viel Zeit braucht das Nationalmuseum?
Zwei bis drei Stunden, wenn du dich auf die dänische Vorgeschichte und die Wikingerzeit konzentrierst. Wer auch Antike, Ethnografie und Neuzeit mitnimmt, ist einen ganzen Tag beschäftigt. Bei knapper Zeit ist eine Stunde für die Bronzezeitobjekte besser investiert als ein Schnelldurchlauf durch alles.





