Auf einen Blick
- Dänischer NameRosenborg Slot, am Kongens Have
- Gebaut1606 bis 1624 für Christian IV.
- Stilniederländische Renaissance
- Museum seit1838
- KronjuwelenKrone Christians IV., 1595 bis 1596
- Ideale Dauer1,5 bis 2 Stunden mit Schatzkammer
Der Keller ist der Grund: Kronjuwelen und Kroninsignien
Unter dem Schloss liegt die Schatzkammer, und darin die dänischen Kroninsignien. Die Krone Christians IV. entstand 1595 und 1596; gearbeitet hat sie der Goldschmied Dirich Fyring in Odense, unterstützt vom Nürnberger Corvinianus Saur. Sie ist offen gearbeitet, wie es sich für einen gewählten König gehörte.
Daneben liegt die Krone Christians V. von 1670 und 1671, hergestellt vom Hofgoldschmied Paul Kurtz. Sie ist geschlossen, und das ist kein Ornament, sondern eine Aussage: 1660 hatte Dänemark den Absolutismus eingeführt, der König war nicht mehr gewählt, sondern Erbherrscher. Ab 1671 wurden dänische Könige deshalb nicht mehr gekrönt, sondern gesalbt; der letzte Gesalbte war Christian VIII. im Jahr 1840. Wer nur eine Sache in Rosenborg ansieht, sollte diese beiden Kronen nebeneinander ansehen.
Ein Sommerhaus, das zum Tresor wurde
Rosenborg stand ursprünglich vor den Toren der Stadt, umgeben von Garten statt von Häusern. Christian IV. baute es in mehreren Etappen aus, bis 1624 die heutige Form erreicht war. Als Wohnsitz war es schon eine Generation später überholt, und weil es nicht mehr gebraucht wurde, blieb es stehen, wie es war. Genau deshalb ist die Ausstattung so vollständig: Hier wurde nichts umgebaut, um moderner zu wirken.
Die Sammlungen umfassen den Besitz des Königshauses vom späten 16. bis ins 19. Jahrhundert, chronologisch nach Regenten angeordnet. Man geht also nicht durch ein Schloss, sondern durch zweihundertfünfzig Jahre Hofgeschmack, Raum für Raum.
Der Lange Saal und die drei silbernen Löwen
Im dritten Stock liegt der Lange Saal, 1624 fertiggestellt, ursprünglich Ballsaal, später Empfangsraum. An den Wänden hängen zwölf Bildteppiche zu den Siegen Christians V. im Schonischen Krieg von 1675 bis 1679, an der Decke prangt das dänische Wappen in Stuck. Vor dem Thron stehen drei silberne Löwen in Lebensgröße.
Dazu kommt eine der größten erhaltenen Sammlungen von Silbermöbeln, überwiegend aus dem 17. Jahrhundert. Silbermöbel wurden fast überall in Europa in Kriegszeiten eingeschmolzen; dass sie hier stehen, ist die eigentliche Seltenheit.
Enge Räume, steile Treppen, Zeitfenster
Die Wohnräume liegen übereinander, verbunden durch schmale Wendeltreppen in den Ecktürmen. Es gibt keinen Rundweg mit Ausweichmöglichkeit: Wer stehen bleibt, blockiert. In der Hochsaison arbeitet das Haus deshalb mit Zeitfenstern für den Einlass, die vorab gebucht werden sollten. Prüfe das vor der Anreise auf der offiziellen Seite, weil Regelung und Verfügbarkeit saisonal wechseln.
Praktisch heißt das: Geh zuerst hinunter in die Schatzkammer, wenn du kannst, und arbeite dich dann nach oben. Die meisten Besucher machen es umgekehrt, und dadurch staut es sich im Keller genau dann, wenn oben die Räume schon leer sind.
Kongens Have: der älteste königliche Garten des Landes
Der Königsgarten rings um das Schloss wurde von Christian IV. noch vor dem Schlossbau im Renaissancestil angelegt und ist der älteste königliche Garten Dänemarks. Heute ist er ein normaler Stadtpark, in dem Kopenhagener im Sommer auf dem Rasen liegen, und er ist einer der wenigen wirklich großen Grünflächen im Zentrum.
An der Nordseite des Gartens liegt die Kaserne der Königlichen Leibgarde. Von hier marschiert die Wache täglich zur Ablösung nach Amalienborg, was den Garten am Vormittag zu einem guten Startpunkt macht.
Zeit, Lage und Kombination
Für Schloss und Schatzkammer sind eineinhalb bis zwei Stunden realistisch, für den Garten kommt so viel dazu, wie du willst. Rosenborg liegt am Rand der Innenstadt, wenige Minuten vom Rundetårn und gut zu Fuß von der Fußgängerachse aus zu erreichen. Es passt gut in denselben halben Tag wie das Designmuseum Danmark, das nur wenige Straßen entfernt liegt, oder als Gegenstück zu den Repräsentationsräumen in Christiansborg. Wie sich das einordnet, zeigt die Übersicht der Sehenswürdigkeiten.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istAm vollsten ist es mittags in der Hochsaison, und der Stau entsteht in der Schatzkammer. Buche ein frühes Zeitfenster, geh zuerst in den Keller und danach nach oben, statt dem üblichen Weg zu folgen.
- Wenn es regnetDer Besuch liegt fast vollständig innen, Regen stört also nicht. Nur der Kongens Have fällt weg, und dann lohnt sich stattdessen der kurze Weg zum Designmuseum oder zum Rundetårn.
- Mit KindernDie Kronen, das Reichsschwert und die silbernen Löwen funktionieren bei Kindern gut, die Wohnräume weniger. Halte den Besuch kurz und plane danach den Garten ein, wo sie sich bewegen können.
- Mit eingeschränkter MobilitätDas Schloss ist über enge Wendeltreppen in den Türmen erschlossen und ist für Rollstuhl oder Rollator kaum geeignet. Kläre den Zugang zur Schatzkammer vorab auf der offiziellen Seite; der Garten dagegen ist eben und gut befahrbar.
Häufige Fragen
Wo genau liegen die dänischen Kronjuwelen?
In der Schatzkammer im Keller von Rosenborg, gesichert und getrennt vom übrigen Rundgang. Dort liegen die Kroninsignien mit den Kronen Christians IV. und Christians V., Zepter, Reichsapfel und Reichsschwert sowie der Schmuck des Königshauses. Die Kroninsignien verlassen das Schloss nicht.
Warum ist die eine Krone offen und die andere geschlossen?
Weil sich die Staatsform geändert hat. Die offene Krone Christians IV. von 1595 und 1596 gehört zu einem gewählten König. Die geschlossene Krone Christians V. von 1670 und 1671 wurde für den ersten absoluten, erblichen Herrscher gemacht. Ab 1671 wurden dänische Könige nicht mehr gekrönt, sondern gesalbt.
Sollte man ein Zeitfenster buchen?
In der Hauptsaison ja. Die Räume sind eng und die Treppen schmal, deshalb wird der Einlass zeitlich gesteuert. Wer ohne Reservierung kommt, steht an warmen Sommertagen häufig draußen. Die aktuelle Regelung steht auf der offiziellen Seite und ändert sich mit der Saison.
Wie viel Zeit braucht Rosenborg?
Eineinhalb bis zwei Stunden für Schloss und Schatzkammer. Wer nur die Kroninsignien sehen will, kommt mit einer Stunde aus. Für den Kongens Have rechne so viel dazu, wie du am Rasen bleiben willst; im Sommer ist er ein eigener Grund, hierher zu kommen.





