Hovedstaden · Kopenhagen

Rundetårn: Aussicht über Kopenhagen

Der Rundetårn wurde von 1637 bis 1642 unter Christian IV. gebaut, nach Plänen von Hans van Steenwinckel dem Jüngeren, und zwar nicht als Aussichtsturm, sondern als Observatorium. Er gehört zum Trinitatis-Komplex, der außerdem die Trinitatis-Kirche und einen Bibliothekssaal umfasste, die erste Bibliothek der Kopenhagener Universität. Der Turm ist 34,8 Meter hoch.

Das Besondere steht innen: Es gibt keine Treppe. Statt Stufen führt eine gemauerte Rampe nach oben, die sich siebeneinhalbmal um einen hohlen Kern windet. Sie war dafür gedacht, dass schwere Instrumente und Bücher mit Pferdefuhrwerken nach oben gebracht werden konnten, und sie macht den Aufstieg zum bequemsten Turmbesuch der Stadt.

Rundetårn: Aussicht über Kopenhagen
Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Dänischer NameRundetårn, „Runder Turm“
  • Gebaut1637 bis 1642 unter Christian IV.
  • Höhe34,8 Meter
  • AufstiegRampe mit siebeneinhalb Windungen, keine Treppe
  • FunktionObservatorium des Trinitatis-Komplexes
  • Ideale Dauer30 bis 45 Minuten

Warum hier eine Rampe statt einer Treppe steht

Ein Observatorium braucht schwere, empfindliche Geräte und viele Bücher, und beides trägt man ungern über Stufen. Deshalb ließ Christian IV. eine durchgehend ansteigende Rampe bauen, breit genug für Wagen. Sie steigt gleichmäßig an und nimmt dem Aufstieg damit das Anstrengende: Es ist eher ein Spaziergang als ein Turmbesuch, und mit Kinderwagen ist er möglich.

Die bekannteste Geschichte dazu stammt aus dem Oktober 1716, als der russische Zar bei einem Besuch in Kopenhagen die Rampe hinaufritt, während seine Frau in einem Wagen folgte. Ob es genau so war, lässt sich nicht mehr belegen, aber die Rampe gibt es her.

Was du unterwegs siehst

Die Rampe ist keine leere Röhre. In ihren Nischen sitzen rund 1.674 kleine Fensterscheiben, es gibt historische Einbauten und einen Glasboden, durch den du in den hohlen Kern hinunterblickst, der 25 Meter tief ist. Wer nicht schwindelfrei ist, geht daran vorbei; alle anderen bleiben dort länger stehen als geplant.

Auf halbem Weg liegt der alte Bibliothekssaal, in dem seit 1987 regelmäßig Ausstellungen und Konzerte stattfinden. Was gerade läuft, wechselt; es lohnt sich, einen Blick hineinzuwerfen, statt geradewegs weiterzugehen.

Der Rebus an der Fassade

An der Außenwand zur Købmagergade hin sitzt ein vergoldetes Bildrätsel, das Christian IV. anbringen ließ. Aufgelöst bedeutet es sinngemäß: Führe, Jehova, die rechte Lehre und Gerechtigkeit in das Herz des gekrönten Königs Christian IV., dazu die Jahreszahl 1642. Der König sprach also über sich selbst in der dritten Person und in Rätselform, was ziemlich genau seinen Regierungsstil beschreibt.

Der Turm gehörte nie allein der Wissenschaft. Kirche, Bibliothek und Sternwarte teilten sich einen Baukörper: unten die Gemeinde, in der Mitte die Bücher der Universität, oben die Instrumente. Diese Stapelung von Glauben, Wissen und Beobachtung in einem Haus ist der eigentliche Gedanke hinter dem Bauwerk.

Das Observatorium und die Aussicht

Der Turm gilt als das älteste noch funktionierende Observatoriumsgebäude Europas. Die Universität gab die Sternwarte 1860 auf, weil Licht und Erschütterungen der wachsenden Stadt die Messungen störten, und richtete sie 1928 als öffentliches Observatorium wieder ein. Ein Refraktor kam 1929 dazu. Ob und wann das Observatorium zugänglich ist, wechselt und hängt derzeit auch von Restaurierungsarbeiten ab; prüfe das vorab auf der offiziellen Seite.

Oben läuft eine schmiedeeiserne Plattform um den Turm herum. Der Blick reicht über die Dächer der Altstadt, zur Kuppel der Marmorkirche, zu den Türmen von Christianshavn und über den Hafen. Kopenhagen ist flach; genau deshalb reicht diese moderate Höhe.

Wie lange du wirklich brauchst

Dreißig bis fünfundvierzig Minuten, mehr nicht. Der Rundetårn ist bewusst kein Halbtagesziel, und das ist seine Stärke: Er lässt sich zwischen zwei größere Programmpunkte schieben. Am schönsten ist er kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht flach über die Ziegeldächer läuft.

Wer mehr Höhe will, nimmt den 106 Meter hohen Turm von Christiansborg, der ohne Eintritt zugänglich ist. Wer den anstrengendsten Aufstieg sucht, nimmt den Spitzenturm der Vor Frelsers Kirke in Christianshavn: 90 Meter, 400 Stufen, davon die letzten 150 außen am Turm entlang.

Lage und Kombination

Der Turm steht mitten in der Altstadt an der Købmagergade, wenige Schritte von der Fußgängerachse. Er verbindet sich gut mit Strøget und der Altstadt zu Fuß und mit Rosenborg, das in derselben Ecke liegt. Wie sich das in einen Tag einfügt, steht bei den Kopenhagener Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll wird es an Regentagen und am Nachmittag, weil der Turm dann als Ersatzprogramm dient. Die Rampe ist breit genug, dass sich der Andrang verteilt; eng wird es nur auf dem letzten Treppenstück und auf der Plattform. Komm früh am Tag.
  • Wenn es regnetDie Rampe liegt vollständig innen, nur die Plattform oben ist offen. Bei Regen bleibt der Besuch also sinnvoll, allerdings ohne Aussicht; dann sind der Bibliothekssaal und der Glasboden der eigentliche Inhalt.
  • Mit KindernSehr gut geeignet, weil es keine Stufen gibt und der Glasboden über dem 25 Meter tiefen Kern verlässlich beeindruckt. Kinder können die Rampe selbst hochlaufen, was das Ganze zu einem Spiel statt zu einem Aufstieg macht.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie Rampe ist ohne Stufen und gleichmäßig ansteigend, aber sie steigt durchgehend an und hat einen unebenen historischen Belag. Bis zum Bibliothekssaal ist sie für viele machbar; die letzten Meter zur Plattform gehen nur über Treppen.

Häufige Fragen

Gibt es im Rundetårn wirklich keine Treppe?

Für den Hauptaufstieg nicht. Eine gemauerte Rampe windet sich siebeneinhalbmal um den hohlen Kern nach oben, ursprünglich damit Pferdefuhrwerke Instrumente und Bücher hinaufbringen konnten. Erst ganz oben, kurz vor der Plattform, folgen noch kurze Treppenstücke.

Ist der Rundetårn mit Kinderwagen machbar?

Die Rampe ja, sie steigt gleichmäßig an und hat keine Stufen. Auf dem letzten Stück zur Aussichtsplattform kommen jedoch Treppen, die mit Kinderwagen nicht befahrbar sind. Für kleine Kinder ist der Glasboden über dem hohlen Kern meist der Höhepunkt.

Wie hoch ist der Rundetårn?

34,8 Meter über Straßenniveau. Das klingt wenig, reicht in Kopenhagen aber, weil die Stadt sehr flach gebaut ist und im Zentrum kaum Hochhäuser stehen. Für einen deutlich höheren Blick gibt es den 106 Meter hohen Turm von Christiansborg, der eintrittsfrei ist.

Wann lohnt sich der Aufstieg am meisten?

Kurz vor Sonnenuntergang, weil das flache Licht die Ziegeldächer und Kupferdächer der Altstadt am besten zeigt. Bei tief hängender Bewölkung lohnt sich der Turm kaum, dann ist der Bibliothekssaal auf halbem Weg der eigentliche Grund hineinzugehen.