Hovedstaden · Kopenhagen

Schloss Christiansborg & Turm

Auf Slotsholmen, dem Inselchen im Herzen Kopenhagens, steht seit 1167 immer ein Machtzentrum: zuerst die Burg des Bischofs Absalon, dann das Kopenhagener Schloss, dann drei Ausgaben von Christiansborg. Zwei davon brannten ab, 1794 und 1884. Das heutige Haus baute Thorvald Jørgensen von 1907 bis 1928 im Neobarock, mit Stahlbeton hinter Granitfassaden.

Wichtig für die Erwartung: Christiansborg ist kein Schlossmuseum, sondern ein Arbeitsgebäude. Hier sitzen das Parlament, das Büro des Regierungschefs und das Oberste Gericht unter einem Dach, was in Europa praktisch einmalig ist. Besichtigt werden Teilbereiche, und du kommst nur durch eine Sicherheitskontrolle hinein.

Schloss Christiansborg & Turm
Foto: Julian Herzog ( Website ), CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Dänischer NameChristiansborg Slot, auf Slotsholmen
  • Heutiger Bau1907 bis 1928, Architekt Thorvald Jørgensen
  • VorgängerAbsalons Burg von 1167, Brände 1794 und 1884
  • Turm106 Meter, höchster Turm der Stadt
  • NutzungFolketing, Regierungschef, Oberstes Gericht
  • Ideale Dauer2 bis 3 Stunden für Ruinen, Räume und Turm

Der Turm: der höchste Punkt der Stadt, ohne Eintritt

Mit 106 Metern ist der Turm von Christiansborg der höchste der Stadt, und seit 2014 ist er öffentlich zugänglich, ohne Eintrittsgeld. Das ist in Kopenhagen ungewöhnlich genug, um es hervorzuheben. Von oben siehst du den Rundetårn, die Kuppel der Marmorkirche, die Türme von Christianshavn, das Hafenbecken und bei klarer Sicht die schwedische Küste hinter dem Öresund.

Zwei praktische Punkte: Der Zugang läuft über eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, mit Taschenprüfung, und in Zeiten mit vielen Besuchern werden Zeitfenster ausgegeben. Prüfe beides vorab auf der offiziellen Seite, denn die Regelung wechselt.

Die Ruinen unter dem Schloss

Beim Wiederaufbau nach dem Brand von 1884 stieß man auf die Fundamente der Vorgängerbauten. Seit 1924 sind sie zugänglich: Mauerreste von Absalons Burg aus dem 12. Jahrhundert und vom Kopenhagener Schloss, das im Spätmittelalter entstand. Man geht dabei unter dem heutigen Bau durch, auf dem Niveau, auf dem die Stadt einmal begann.

Für viele Besucher ist das der stärkste Teil des Hauses, weil man den Schichtenaufbau der Stadt hier körperlich versteht. Es ist kühl, teils dunkel, und die Beschilderung setzt etwas Vorwissen voraus.

Drei Schlösser, zwei Brände

Das erste Christiansborg entstand im 18. Jahrhundert und brannte 1794 ab; dadurch wurde die Königsfamilie obdachlos und zog nach Amalienborg, wo sie bis heute wohnt. Das zweite Christiansborg brannte 1884, diesmal blieb die Schlosskirche stehen. Dass das dritte aus Stahlbeton mit Granitverkleidung gebaut wurde, war eine direkte Lehre daraus.

Die Granitblöcke der Fassade wurden aus dem ganzen Land zusammengetragen, teils in Spendenaktionen einzelner Gemeinden. Das erklärt die unruhige Farbigkeit der Außenwände, die man für Verschmutzung halten könnte und die tatsächlich Herkunftsunterschiede sind.

Die Königlichen Empfangsräume und die Wandteppiche

Der königliche Teil des Hauses wird für Staatsbankette und Audienzen genutzt und ist besichtigbar, wenn keine offiziellen Veranstaltungen laufen. Der auffälligste Raum ist der Große Saal mit siebzehn Wandteppichen von Bjørn Nørgaard, die von der Geschichte Dänemarks erzählen. Sie waren ein Geschenk der dänischen Wirtschaft zum fünfzigsten Geburtstag von Margrethe II. und wurden zu ihrem sechzigsten aufgehängt.

Diese Teppiche sind kein historistisches Beiwerk, sondern zeitgenössische Kunst mit deutlich modernen Bildmitteln, und sie polarisieren. Wer klassische Gobelins erwartet, sollte darauf gefasst sein.

Parlament, Stallungen und Reitbahn

Das Folketing tagt im selben Gebäude, und Teile davon sind zugänglich. Wenn dich interessiert, wie eine parlamentarische Demokratie räumlich organisiert ist, ist das hier besser zu sehen als in den meisten Hauptstädten, weil die drei Gewalten so dicht beieinander liegen.

Im südlichen Teil der Anlage liegen die Königlichen Stallungen mit den Kutschen für Staatsanlässe; dort stehen weiterhin Pferde. Der Reitbahnkomplex mit seinen langen Flügeln stammt noch aus einer früheren Bauphase und ist ein ruhiger Ort mitten in der Stadt, der oft übersehen wird.

Zeit, Tickets und Kombination

Ruinen, Empfangsräume und Turm sind getrennte Bereiche mit getrennten Zugängen; nur der Turm ist eintrittsfrei. Rechne mit zwei bis drei Stunden, wenn du alles mitnimmst, mit einer knappen Stunde, wenn du nur den Turm willst. Slotsholmen liegt zwischen der Fußgängerachse und dem Wasser: wenige Minuten zu Strøget und Altstadt, zum Nationalmuseum und zur Ablegestelle der Kanalrundfahrt an Gammel Strand. Die Prunkräume der Königsfamilie findest du dagegen in Amalienborg.

Auf derselben Insel liegen außerdem das Thorvaldsens Museum, die Alte Börse mit dem gedrehten Drachenschwanzturm und der schwarze Anbau der Königlichen Bibliothek am Wasser. Slotsholmen ist damit der dichteste Quadratkilometer der Stadt, und man kann hier einen halben Tag verbringen, ohne die Insel zu verlassen. Wer wenig Zeit hat, nimmt Turm und Ruinen und geht dann weiter; wer mehr hat, bleibt.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istDer Stau entsteht an der Sicherheitskontrolle vor dem Turm, vor allem mittags und an Wochenenden. Komm früh oder in der letzten Stunde des Tages, und nimm die Ruinen als Erstes, weil sich dort selten etwas staut.
  • Wenn es regnetFast alles liegt innen, Regen ist also kein Problem. Nur die Aussicht vom Turm fällt bei dichter Bewölkung praktisch aus; dann lohnt sich stattdessen mehr Zeit für die Ruinen und die Wandteppiche.
  • Mit KindernDie Ruinen unter dem Schloss und die Königlichen Stallungen mit den Pferden funktionieren bei Kindern gut. Die Empfangsräume nicht. Der Turm ist ein schneller Gewinn, weil man mit dem Aufzug hinauffährt.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Turm ist mit dem Aufzug erreichbar, die Empfangsräume sind weitgehend erschlossen. Die Ruinen liegen unter dem Gebäude, mit unebenem Boden und teils engen Durchgängen. Kläre die einzelnen Zugänge vorab auf der offiziellen Seite.

Häufige Fragen

Kostet der Turm von Christiansborg Eintritt?

Nein. Der 106 Meter hohe Turm ist seit 2014 öffentlich und ohne Eintrittsgeld zugänglich und damit der höchste frei zugängliche Aussichtspunkt der Stadt. Du musst allerdings durch eine Sicherheitskontrolle, und in Stoßzeiten werden Zeitfenster vergeben. Prüfe die aktuelle Regelung vorab.

Was sieht man in den Ruinen unter dem Schloss?

Mauerreste von Absalons Burg aus dem 12. Jahrhundert und vom mittelalterlichen Kopenhagener Schloss, freigelegt beim Wiederaufbau nach dem Brand von 1884 und seit 1924 zugänglich. Man geht unter dem heutigen Gebäude durch. Es ist kühl und teilweise dunkel.

Kann man das Parlament besichtigen?

Teile davon, ja. Das Folketing tagt in Christiansborg, und es gibt Zugang zu bestimmten Bereichen. Die Zugänglichkeit hängt vom Sitzungsbetrieb und von Staatsanlässen ab und ist deshalb nicht immer gleich; das gilt auch für die Königlichen Empfangsräume.

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Zwei bis drei Stunden für Ruinen, Empfangsräume und Turm zusammen. Für den Turm allein reicht eine knappe Stunde einschließlich Sicherheitskontrolle. Wenn die Zeit knapp ist, nimm Ruinen und Turm und lass die Empfangsräume aus.